Die Oude Kerk im Viertel De Wallen verbindet jahrhundertealte Geschichte mit zeitgenössischer Kunst. Entdecke ihre Holzgewölbe, Grabplatten und Orgeln und erfahre, welche Rolle das Gebäude heute spielt.


Die Anfänge von Amsterdams ältestem Gebäude

Die Geschichte der Oude Kerk reicht bis ins frühe 13. Jahrhundert zurück. An diesem Ort stand zunächst eine kleine Holzkirche, die dem heiligen Nikolaus, dem Schutzpatron der Seeleute, gewidmet war. Ihre Lage nahe der Amstel war für die junge Handelsstadt wichtig. 1306 wurde eine steinerne Kirche geweiht. Der Bau wurde in den folgenden Jahrhunderten immer wieder erweitert.

Im Mittelalter war die Oude Kerk mehr als ein Gotteshaus. Menschen trafen sich hier, schlossen Geschäfte und suchten bei Hochwasser Schutz. Zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert kamen Kapellen und weitere Bauteile hinzu. Wohlhabende Familien und Zünfte finanzierten manche Erweiterungen. So entstand der unregelmäßige Grundriss, der die Kirche bis heute prägt.

Tipp: Die Oude Kerk steht am Oudekerksplein 23, 1012 GX Amsterdam, mitten im historischen Zentrum.

Gotische Architektur und Holzgewölbe

Die Oude Kerk ist eine gotische Hallenkirche. Besonders auffällig sind ihre hölzernen Gewölbe. Holz war für den Bau auf Amsterdams weichem Boden leichter als Stein. Die Gewölbe und hohen Fenster geben dem Innenraum seine offene Wirkung. Vom nahen Dam erreichst du die Kirche zu Fuß.

Die Fenster der Kirche sind ein weiterer wichtiger Teil ihrer Architektur. In der Mariakapel sind Glasfenster aus dem 16. Jahrhundert erhalten. Sie zeigen Szenen aus dem Leben Marias. Viele andere mittelalterliche Fenster gingen im Lauf der Zeit verloren. Die hohen Fenster lassen Tageslicht in den Kirchenraum fallen.

Tipp: Schau bei deinem Besuch nach oben: Die Holzgewölbe gehören zu den besonderen Merkmalen der Oude Kerk.

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Die Reformation und der Bildersturm von 1566

Im 16. Jahrhundert veränderte die Reformation die Oude Kerk tiefgreifend. Während des Bildersturms von 1566 wurden religiöse Bildwerke beschädigt oder entfernt. Später ging das Gebäude an eine protestantische Gemeinde über. Der Wandel ist noch an der Gestaltung des Innenraums abzulesen. Er gehört zur religiösen und politischen Geschichte Amsterdams.

Spuren der Reformation sind in der Oude Kerk noch sichtbar: Nischen blieben leer, Altäre und viele Bildwerke verschwanden. Einige geschnitzte Details an den Chorgestühlen überstanden die Umbrüche. Sie zeigen auch alltägliche und humorvolle Szenen und geben Einblick in das mittelalterliche Leben.

Oude Kerk in De Wallen

Oude Kerk in De Wallen

Grabplatten und das Erbe von Saskia van Uylenburgh

Der Boden der Oude Kerk ist fast vollständig mit Grabplatten bedeckt. Unter der Kirche wurden über Jahrhunderte viele Menschen bestattet; im 19. Jahrhundert endete diese Praxis. Die Inschriften, Daten und Wappen erzählen von Amsterdams sozialer Geschichte, von Kaufleuten bis zu bekannten Familien.

Saskia van Uylenburgh, Rembrandts Ehefrau, wurde in der Oude Kerk beigesetzt. Ihr Grab gehört zu den Orten, die viele Besucher suchen. Rembrandt selbst liegt in der Westerkerk begraben. Die Grabplatten der Oude Kerk erzählen von früheren Bewohnern Amsterdams und ihren Familien.

Tipp: Frage vor Ort nach Saskias Grabplatte und einem aktuellen Plan der Grabstätten.

Menschen sitzen am Abend in Cafés im Viertel De Wallen

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Musikalisches Erbe: Sweelinck und die große Orgel

Musik prägt die Oude Kerk seit Jahrhunderten. Jan Pieterszoon Sweelinck war hier viele Jahre Organist und wurde als Komponist und Lehrer weit über Amsterdam hinaus bekannt. Seine Musik ist ein wichtiger Teil der europäischen Orgeltradition. Mehr über seine Zeit erfährst du bei einem Besuch der Kirche und ihrer Geschichte.

In der Oude Kerk stehen mehrere historische Orgeln, darunter die große Vater-Müller-Orgel. Christian Vater baute sie im 18. Jahrhundert; Johann Caspar Müller erweiterte sie später. Das reich verzierte Instrument und die Akustik unter den Holzgewölben machen Orgelkonzerte hier zu einem besonderen Erlebnis.

Tipp: Sweelinck wirkte jahrzehntelang als Organist der Oude Kerk. Achte bei deinem Besuch auf die Hinweise zu seinem Leben und Werk.

Zeitgenössische Kunst in einem historischen Bauwerk

Heute ist die Oude Kerk zugleich historische Kirche und Ort für zeitgenössische Kunst. Künstler entwickeln Installationen, die auf die Architektur und Geschichte des Gebäudes reagieren. So begegnen sich mittelalterlicher Raum und neue Ausdrucksformen.

Zeitgenössische Kunst in einem alten Kirchenraum kann überraschen. Gerade dieser Kontrast lädt dazu ein, die Oude Kerk neu zu betrachten: das Licht in den Fenstern, den Klang unter dem Gewölbe und die Spuren früherer Jahrhunderte. Das Gebäude bleibt dadurch ein lebendiger Teil der Stadt.

Oude Kerk und ihre Umgebung im historischen Zentrum Amsterdams

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Praktische Informationen für deinen Besuch

Die Oude Kerk kann besucht werden; Öffnungszeiten können sich wegen Gottesdiensten und Veranstaltungen ändern. Prüfe deshalb vorab die Website der Kirche. Im belebten Viertel De Wallen bietet das Innere einen ruhigen Ort, an dem du Architektur, Grabplatten und Kunst in deinem eigenen Tempo erkunden kannst.

Manchmal ist auch der Turm der Oude Kerk zugänglich. Von dort blickst du über das historische Zentrum. Für den Turm können andere Öffnungszeiten und Tickets gelten als für die Kirche. Informiere dich vor dem Besuch über die aktuellen Möglichkeiten.

Erkunde die Oude Kerk virtuell mit Google Street View!

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist die Oude Kerk noch eine Kirche?

Ja. Die Oude Kerk wird weiterhin für Gottesdienste genutzt. Daneben finden Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen statt.

Wo ist Saskia van Uylenburgh begraben?

Saskia van Uylenburgh wurde in der Oude Kerk beigesetzt. Ein Plan vor Ort hilft dir, ihre Grabplatte zu finden.

Was ist der älteste Teil der Oude Kerk?

Die ursprüngliche Holzkirche aus dem 13. Jahrhundert ist nicht mehr erhalten. Die ältesten Teile des heutigen Steinbaus stammen aus dem frühen 14. Jahrhundert.

Darf ich in der Oude Kerk fotografieren?

Ob du fotografieren darfst, hängt von den aktuellen Regeln und Ausstellungen ab. Informiere dich beim Besuch vor Ort; Blitzlicht kann zum Schutz empfindlicher Werke eingeschränkt sein.

Warum liegen so viele Grabplatten im Boden?

Früher wurden Menschen häufig in Kirchen beigesetzt. Auch die Oude Kerk war über Jahrhunderte eine Begräbnisstätte. Die zahlreichen Grabplatten erinnern an diese Geschichte.

Quellen

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