Das Rijksmuseum Amsterdam zeigt niederländische Kunst und Geschichte in einem Gebäude von Pierre Cuypers. Rembrandts „Nachtwache“ und Werke von Vermeer gehören zu den bekanntesten Gemälden. Erfahre mehr über die Säle, die Architektur und praktische Hinweise für deinen Besuch.


Pierre Cuypers und seine architektonische Vision

Die Ursprünge der Sammlung des Rijksmuseums reichen bis 1800 zurück. Das heutige Gebäude am Museumplein entstand jedoch nach einem Architekturwettbewerb von 1876. Sieger war Pierre Cuypers, der gotische und Renaissance-Elemente miteinander verband. Diese Wahl war damals umstritten: König Wilhelm III. soll das Gebäude wegen seiner Ähnlichkeit mit einer Kathedrale als zu „katholisch“ empfunden haben. Das Museum wurde am 13. Juli 1885 offiziell eröffnet. Ein besonderes Merkmal ist der öffentliche Durchgang durch das Gebäude, der Radfahrern und Fußgängern eine Verbindung zwischen der Innenstadt und den südlichen Vierteln bietet.

Die Außenwände des Rijksmuseums sind mit Skulpturen und Fliesenbildern geschmückt, die Szenen aus der niederländischen Geschichte und Kunst zeigen. Cuypers wollte das Gebäude selbst zu einer Erzählung über das kulturelle Erbe der Niederlande machen. Im Inneren setzen Glasfenster und Bodenmosaike der großen Halle dieses Thema fort. Das Museum wurde für die nationale Sammlung entworfen, die zuvor auf mehrere Orte verteilt war, darunter das Trippenhuis in Amsterdam und das Mauritshuis in Den Haag.

Tipp: Die Adresse des Rijksmuseums lautet Museumstraat 1, 1071 XX Amsterdam.

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Die Renovierung und Modernisierung von 2003 bis 2013

2003 schloss das Rijksmuseum für eine umfassende, zehnjährige Renovierung unter Leitung der spanischen Architekten Antonio Cruz und Antonio Ortiz. Die ursprünglichen Dekorationen von Cuypers aus dem 19. Jahrhundert sollten wiederhergestellt und die Einrichtungen zugleich modernisiert werden. Dafür entfernte man im Laufe der Jahre hinzugefügte Trennwände und gab den ursprünglichen Sälen ihre Großzügigkeit zurück. Ein zentraler Teil des Umbaus war das Atrium: eine helle Eingangshalle, die durch die Überdachung der beiden Innenhöfe entstand.

Die Renovierung verzögerte sich erheblich, unter anderem wegen der Diskussion um den Fahrraddurchgang. Am 13. April 2013 öffnete das Rijksmuseum wieder für die Öffentlichkeit. Seither werden Kunst und Geschichte stärker miteinander verbunden: Werke und Gegenstände derselben Epoche sind gemeinsam zu sehen und vermitteln so ein umfassenderes Bild der niederländischen Kultur. Moderne Klimasysteme und Beleuchtung schützen die empfindliche Sammlung und verbessern zugleich die Sicht für Besucher.

Tipp: Königin Beatrix eröffnete das Rijksmuseum nach der zehnjährigen Renovierung am 13. April 2013 offiziell wieder.

Rijksmuseum: Tipps für deinen Besuch

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Meisterwerke der Ehrengalerie

Die Ehrengalerie (Eregalerij) bildet die zentrale Achse des Rijksmuseums und führt zu seinem berühmtesten Gemälde: Rembrandts „Nachtwache“ von 1642. An den Seiten des langen Saals liegen Nischen mit Meisterwerken aus dem niederländischen Goldenen Zeitalter. Hier siehst du Werke von Frans Hals, Jan Steen und Johannes Vermeer. Vermeers „Die Milchmagd“ und „Die kleine Straße“ gehören zu den besonders beliebten Bildern.

Die „Nachtwache“ hängt in einem eigenen Raum am Ende der Galerie. Dieser wurde für die gewaltige Leinwand mit ungefähr 3,63 × 4,37 Metern geschaffen. Seit 2019 steht das Gemälde im Mittelpunkt der „Operation Nachtwache“, des größten Forschungs- und Restaurierungsprojekts in der Geschichte des Museums. Die Arbeiten finden in einer eigens errichteten Glaskammer statt. Besucher können beobachten, wie Restauratoren und Wissenschaftler mit hochauflösender Fotografie und chemischen Analysen den Zustand des Bildes untersuchen.

Tipp: Die Ehrengalerie befindet sich auf Ebene 2 im Hauptgebäude des Museums.

The view showcases the beautifully designed Rijksmuseum building surrounded by a green garden area and clear sky

Die „Nachtwache“, 1642 von Rembrandt van Rijn gemalt, ist eines der berühmtesten Werke im Rijksmuseum. Ursprünglich war die Leinwand größer. 1715 wurden Teile abgeschnitten, damit das Gemälde zwischen zwei Säulen im Amsterdamer Rathaus Platz fand.

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Die Cuypers-Bibliothek und besondere Sammlungen

Im Rijksmuseum befindet sich die Cuypers-Bibliothek, die größte und älteste kunsthistorische Forschungsbibliothek der Niederlande. Sie wurde von Pierre Cuypers entworfen und ist mit ihrer mehrgeschossigen Eisentreppe und dem großen Glasdach selbst ein architektonischer Höhepunkt. Die Bibliothek umfasst mehr als 450.000 Bände, darunter Ausstellungskataloge, Auktionsunterlagen und seltene Zeitschriften. Der Lesesaal ist ein ruhiger Arbeitsbereich für Forschende und Studierende; Besucher können die Bibliothek von einer Galerie aus betrachten.

Neben den berühmten Gemälden besitzt das Rijksmuseum bedeutende Spezialbestände. Dazu gehören die Puppenhäuser; das bekannteste gehörte im späten 17. Jahrhundert Petronella Oortman. Sie zeigen das häusliche Leben dieser Zeit im Kleinen. Außerdem findest du eine wichtige Sammlung Delfter Fayencen, Schiffsmodelle und Objekte zur Seefahrtsgeschichte. Der asiatische Pavillon im Garten, umgeben von Wasser, beherbergt asiatische Kunst, darunter Bronzestatuen und Porzellan aus Japan, China und Indonesien.

  • Rembrandt van Rijn – Die jüdische Braut (um 1665), Rijksmuseum Amsterdam. Gemeinfrei.
  • Vincent van Gogh – Selbstbildnis (1887), Rijksmuseum Amsterdam. Gemeinfrei.
  • Frans Hals – Der fröhliche Trinker (um 1628–1630), Rijksmuseum Amsterdam. Gemeinfrei.
  • Rembrandt van Rijn – Die Nachtwache (1642), Rijksmuseum Amsterdam. Gemeinfrei.
  • Johannes Vermeer – Die Milchmagd (um 1658), Rijksmuseum Amsterdam. Gemeinfrei.

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Lage, Barrierefreiheit und Anreise

Das Rijksmuseum prägt den Museumplein zwischen Amsterdams Zentrum und dem Viertel De Pijp. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist es gut erreichbar. Die Straßenbahnlinien 2, 5 und 12 halten an der Haltestelle Rijksmuseum direkt vor dem Gebäude. Alternativ gelangst du mit den Linien 1, 7 oder 19 zur Haltestelle Spiegelgracht; von dort sind es wenige Gehminuten. Vom Amsterdam Centraal dauert die Fahrt mit der Straßenbahn ungefähr 10 bis 15 Minuten. Prüfe vor der Abfahrt aktuelle Linien und Fahrpläne.

Das Museum ist für Besucher mit Behinderungen zugänglich. Aufzüge verbinden die Etagen; Rollstühle und Klapphocker können am Informationsschalter ausgeliehen werden. Der Haupteingang liegt im Atrium und ist vom Straßenniveau mit Aufzügen erreichbar. Das Rijksmuseum bietet außerdem spezielle Führungen für Menschen mit Seh- oder Hörbeeinträchtigung an. Familien können Kinderwagen mitbringen; große Rucksäcke und Regenschirme müssen in der Garderobe oder in Schließfächern aufbewahrt werden. Prüfe für deine Bedürfnisse die aktuellen Hinweise des Museums.

Der Eingang des Rijksmuseums zeigt eine reich verzierte Architektur und ein großes Ausstellungsbanner, das Besucher empfängt.

Rijksmuseum Amsterdam: Die Nachtwache und niederländische Kunst

Das Rijksmuseum Amsterdam zeigt niederländische Kunst und Geschichte in einem Gebäude von Pierre Cuypers. Rembrandts „Nachtwache“ und Werke von Vermeer gehören zu den bekanntesten Gemälden. Erfahre mehr über die Säle, die Architektur und praktische Hinweise für deinen Besuch.

Praktische Besucherinformationen und Tickets

Das Rijksmuseum ist täglich von 9:00 bis 17:00 Uhr geöffnet, auch an Feiertagen wie Weihnachten und Neujahr. Für den Eintritt wird mit Zeitfenstern gearbeitet. Buche deine Ankunftszeit am besten vorab auf der offiziellen Website rijksmuseum.nl. Gerade in stark besuchten Monaten solltest du dich nicht darauf verlassen, vor Ort noch ein passendes Ticket zu bekommen. Prüfe Preise und Verfügbarkeit für dein Besuchsdatum direkt beim Museum.

Das Museum nimmt an Programmen wie der Museumkaart und der I amsterdam City Card teil. Auch mit einer solchen Karte ist in der Regel eine Online-Reservierung für ein Zeitfenster nötig. Im Museum gibt es Cafés und das Restaurant RIJKS. Eine mobile App bietet kostenlose Audiotouren in mehreren Sprachen. Plane für die wichtigsten Säle mindestens drei bis vier Stunden ein; bei großem Interesse an den Sammlungen kannst du noch deutlich länger bleiben. Prüfe vorab die aktuellen Bedingungen für Karten, Gastronomie und Führungen.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist das Rijksmuseum jeden Tag geöffnet?

Ja, das Museum ist an 365 Tagen im Jahr geöffnet, auch an Feiertagen, von 9:00 bis 17:00 Uhr.

Muss ich Tickets im Voraus buchen?

Ja. Es ist sehr empfehlenswert und oft erforderlich, vorab online ein Ticket mit festem Eintrittszeitfenster zu buchen.

Ist „Die Nachtwache“ immer ausgestellt?

Ja, das Gemälde ist dauerhaft in der Ehrengalerie ausgestellt. Während der „Operation Nachtwache“ kann die Glaskammer für die Forschung jedoch Teile der Sicht verdecken.

Darf man im Rijksmuseum fotografieren?

In den meisten Sälen darfst du ohne Blitz und Stativ für private, nicht kommerzielle Zwecke fotografieren.

Wo befindet sich das nächste Parkhaus?

Das nächstgelegene Parkhaus ist Q-Park Museumplein direkt unter dem Museumplein, nur wenige Gehminuten vom Museumseingang entfernt.

Quellen

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