Der Begijnhof ist ein historischer Innenhof, in dem früher eine Gemeinschaft religiöser Frauen lebte. Seine Häuser und Kirchen erzählen von Amsterdams sozialer und religiöser Geschichte. Erfahre, wie du diesen bis heute bewohnten Ort respektvoll besuchst.
In diesem Leitfaden
Die Begijnen und ihre Gemeinschaft
Die Geschichte des Begijnhofs reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück. Dort lebten Begijnen: religiöse Frauen, die in einer Gemeinschaft wohnten, ohne die gleichen Gelübde wie Nonnen abzulegen. Ein Dokument von 1346 erwähnt bereits ein „Beghynhuys“. Der Hof bot den Frauen einen eigenen Lebensraum mitten in der wachsenden Stadt.
Die Begijnen widmeten sich Gebet und wohltätiger Arbeit. Sie halfen unter anderem Kranken und Bedürftigen in Amsterdam. Der abgeschlossene Innenhof bot einen Rückzugsort vom städtischen Trubel. Gleichzeitig blieb die Gemeinschaft durch ihre Arbeit eng mit der Stadt verbunden.
Tipp: Die letzte Begijne des Hofes starb 1971. Ihre Geschichte wird am Begijnhof in Erinnerung gehalten.



Architektur: das Houten Huys und weitere Häuser
Die Häuser am Begijnhof zeigen Baustile aus mehreren Jahrhunderten. Nach den großen Stadtbränden im 15. Jahrhundert entstanden viele Fassaden aus Stein. Eine auffällige Ausnahme ist das Houten Huys am Begijnhof 34. Das Haus aus dem späten 15. Jahrhundert besitzt eine dunkle Holzfassade und gehört zu den ältesten erhaltenen Holzhäusern der Niederlande. Gerade dieser Kontrast macht einen Spaziergang zwischen den Häusern interessant.
Rund um die Grünfläche stehen schmale Backsteinhäuser aus verschiedenen Zeiten. An manchen Fassaden siehst du „gevelstenen“: Bildsteine, die früher auch bei der Orientierung halfen. Der Begijnhof wirkt dadurch wie ein kleines Stück Stadtgeschichte. Zugleich sind die Häuser weiterhin bewohnt; betrachte sie von den öffentlichen Wegen aus.
Tipp: Das Houten Huys am Begijnhof 34 ist besonders leicht an seiner dunklen Holzfassade zu erkennen.
Das Begijnhof in Amsterdam
Religiöser Wandel im Begijnhof
1578 wechselte Amsterdam zu einer protestantischen Stadtverwaltung. Die katholischen Begijnen konnten im Begijnhof bleiben, verloren aber die Nutzung ihrer Kirche. Das Gebäude wurde später der englischsprachigen protestantischen Gemeinde überlassen. Der religiöse Wandel ist im Innenhof noch heute an den verschiedenen Kirchenbauten zu erkennen.
Nachdem die Begijnen ihre Kirche verloren hatten, richteten sie in zwei Häusern am Begijnhof 29 und 30 eine katholische Hauskapelle ein. Von außen sahen die Gebäude wie gewöhnliche Wohnhäuser aus. Im Inneren boten sie der Gemeinschaft weiterhin einen Ort für Gottesdienste. Die Kapelle erinnert an die Zeit, in der katholische Gläubige ihren Glauben in Amsterdam nicht offen ausüben konnten.

Hinter einem Tor im Zentrum Amsterdams liegt der Begijnhof. Der stille Innenhof entstand im Mittelalter und ist bis heute ein Wohnort. Besucher sind Gäste in diesem privaten Umfeld und sollten Rücksicht auf die Bewohner nehmen.
Die Begijnhofkapel und das Wunder von Amsterdam
Die Begijnhofkapel ist eine katholische Kapelle im Innenhof. Sie erinnert auch an das „Wunder von Amsterdam“, ein Ereignis der religiösen Überlieferung aus dem 14. Jahrhundert. Kunstwerke und Ausstattung erzählen vom Glaubensleben der Begijnen und von der Geschichte katholischer Gläubiger in Amsterdam.
In der Kapelle findest du Darstellungen dieser religiösen Überlieferung. Sie ist zugleich ein Ort für Gebet und Besinnung. Verhalte dich bei einem Besuch leise und achte auf Hinweise zu Gottesdiensten und Fotografie.
Tipp: Prüfe vor deinem Besuch die aktuellen Öffnungszeiten der Kapelle und respektiere Gottesdienste.





Der Begijnhof als heutiger Wohnort
Heute leben keine Begijnen mehr im Begijnhof, aber die Häuser sind weiterhin bewohnt. Der Innenhof ist kein gewöhnlicher Park. Wenn der Zugang für Besucher geöffnet ist, bleib auf den erlaubten Wegen und halte Abstand zu den Wohnungen.
Die Gebäude des Begijnhofs werden als historisches Ensemble gepflegt. Gleichzeitig sollen sie ein angenehmer Wohnort bleiben. Für Besucher bedeutet das: leise sprechen, keine Eingänge blockieren und die Privatsphäre der Bewohner achten. Mehr zur Geschichte findest du auf den Informationstafeln vor Ort.

Begijnhof in Amsterdam: Geschichte und Besuchstipps
Der Begijnhof ist ein historischer Innenhof, in dem früher eine Gemeinschaft religiöser Frauen lebte. Seine Häuser und Kirchen erzählen von Amsterdams sozialer und religiöser Geschichte. Erfahre, wie du diesen bis heute bewohnten Ort respektvoll besuchst.
Frühere Bewohnerinnen und Bestattungsgeschichte
Im Begijnhof erinnern Grabplatten und Gedenksteine an frühere Bewohnerinnen. Eine bekannte Überlieferung handelt von Cornelia Arens, einer Begijne des 18. Jahrhunderts. Der Geschichte zufolge wollte sie außerhalb der damaligen protestantischen Kirche beigesetzt werden.
Ein Gedenkstein im Pflaster erinnert an Cornelia Arens. Die Erzählung macht die religiösen Spannungen nach der Reformation anschaulich. Beim Spaziergang durch den Begijnhof kannst du so Spuren der sozialen und religiösen Geschichte Amsterdams entdecken.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist der Begijnhof ein öffentlicher Park?
Nein. Der Begijnhof ist ein bewohnter, privat verwalteter Innenhof. Er kann zu bestimmten Zeiten besucht werden. Halte dich an die Hinweise vor Ort und respektiere die Ruhe der Bewohner.
Wohnen heute noch Begijnen im Begijnhof?
Nein. Die letzte Begijne starb 1971. Der Begijnhof ist jedoch weiterhin ein Wohnort.
Wann wurde das Houten Huys gebaut?
Das Houten Huys am Begijnhof 34 stammt aus dem späten 15. Jahrhundert. Es gehört zu den wenigen erhaltenen Häusern mit Holzfassade in Amsterdam.
Gibt es eine Eintrittsgebühr für den Begijnhof?
Für den Besuch des Begijnhofs wird üblicherweise kein Eintritt erhoben. Der Innenhof ist aber privat und bewohnt; beachte die aktuellen Zugangszeiten und Regeln.

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