Das Anne-Frank-Haus in Amsterdam bewahrt das Hinterhaus, in dem sich Anne, ihre Familie und vier weitere Menschen während des Zweiten Weltkriegs versteckten. Das Museum erzählt ihre Geschichten anhand des Gebäudes, des Tagebuchs und von Ausstellungen. Dieser Guide erklärt die Geschichte und was du vor deinem Besuch wissen solltest.
In diesem Guide
Die Geschichte der Prinsengracht 263
Das Haus an der Prinsengracht 263 entstand Mitte des 17. Jahrhunderts; Bauakten datieren seine Anfänge auf etwa 1635. Wie viele Amsterdamer Grachtenhäuser dieser Zeit bestand es aus einem Vorderhaus und einem Hinterhaus. 1940 verlegte Otto Frank seine Firma Opekta, die Pektin für die Herstellung von Marmelade verkaufte, an diese Adresse. Im Vorderhaus befanden sich Büros und Lager. Das von der Straße nicht einsehbare Hinterhaus bot später Platz für das Versteck.
Die Familie beschloss im Juli 1942 unterzutauchen, nachdem Annes Schwester Margot eine Aufforderung zum Arbeitseinsatz erhalten hatte. Zur Familie Frank kamen später die Familie van Pels und Fritz Pfeffer. Im August 1942 wurde ein drehbares Bücherregal vor dem Zugang zum Hinterhaus eingebaut. Das von Johan Voskuijl gebaute Regal verbarg die steile Treppe zu den oberen Räumen. So konnte der Betrieb im Vorderhaus weiterlaufen, während sich dahinter acht Menschen versteckten.
Tipp: Das Anne-Frank-Haus findest du an der Prinsengracht 263–267, 1016 GV Amsterdam.



Die Bewohner des Hinterhauses
Zwischen dem 6. Juli 1942 und dem 4. August 1944 lebten acht Menschen im Hinterhaus: Otto, Edith, Margot und Anne Frank, Hermann und Auguste van Pels mit ihrem Sohn Peter sowie Fritz Pfeffer. Unterstützt wurden sie von Otto Franks Mitarbeitern Miep Gies, Bep Voskuijl, Johannes Kleiman und Victor Kugler. Die Helfer versorgten sie mit Lebensmitteln, Kleidung und Nachrichten und gingen dabei ein hohes persönliches Risiko ein.
Tagsüber mussten die Bewohner des Hinterhauses möglichst still sein, damit die Menschen im Lager darunter sie nicht hörten. Anne Frank hielt in ihrem Tagebuch fest, wie die Enge und die Angst das Zusammenleben prägten. Am 4. August 1944 wurde das Versteck entdeckt; die acht Untergetauchten wurden festgenommen und später in Konzentrationslager deportiert. Von ihnen überlebte nur Otto Frank den Krieg.
Im Anne-Frank-Haus
Die Gründung des Museums 1960
Nach seiner Rückkehr nach Amsterdam setzte sich Otto Frank dafür ein, Annes von den Helfern gerettete Aufzeichnungen zu veröffentlichen. Mitte der 1950er-Jahre war das Haus an der Prinsengracht 263 in schlechtem Zustand und vom Abriss bedroht. Die 1957 gegründete Anne Frank Stichting half, das Gebäude zu retten. Ihr Ziel war es, das Haus zu restaurieren und zu einem Ort der Bildung und des Gedenkens zu machen.
Das Anne-Frank-Haus eröffnete am 3. Mai 1960 als Museum. Auf Otto Franks Wunsch blieb das Hinterhaus unmöbliert: Die leeren Räume erinnern an die Menschen, die verschleppt wurden. Später wurde das Museum um benachbarte Gebäude erweitert, um Raum für historische Einordnung und Bildungsangebote zu schaffen. Der moderne Bereich nimmt Besucher auf und vermittelt Hintergrundwissen; im Mittelpunkt des Rundgangs steht weiterhin das ursprüngliche Grachtenhaus.
Tipp: Das Museum öffnete erstmals am 3. Mai 1960 für die Öffentlichkeit.

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Der Museumsbesuch und die Ausstellung
Der Rundgang durch das Anne-Frank-Haus führt vom ehemaligen Firmengebäude in das Versteck. Im Lager und in den Büros erklären Ausstellungen und Audioguides die deutsche Besatzung der Niederlande. Sie vermitteln, wie die jüdische Bevölkerung systematisch verfolgt wurde und unter welchen Bedingungen die Familie Frank im Verborgenen lebte.
Das drehbare Bücherregal steht noch an seinem ursprünglichen Platz und markiert den Zugang zum Hinterhaus. Die Räume sind, wie Otto Frank es wünschte, leer geblieben. Erhalten sind jedoch die Bilder von Filmstars und der britischen Königsfamilie, die Anne an die Wand ihres Zimmers klebte. Zu sehen sind auch die Karten, auf denen Otto Frank den Vormarsch der Alliierten verfolgte, und die Bleistiftstriche an der Wand, mit denen das Wachstum der Kinder festgehalten wurde.





Anne Franks Tagebuch: die Originaldokumente
Der letzte Teil des Museums widmet sich Anne Franks Tagebuch. Das rot karierte Original ist dauerhaft ausgestellt. Hinzu kommen Hefte und lose Blätter, auf denen Anne ihr Tagebuch für eine spätere Veröffentlichung überarbeitete. Ihre Aufzeichnungen gehören zum UNESCO-Register „Memory of the World“. Diese Anerkennung bezieht sich auf das schriftliche Erbe, nicht auf das Gebäude.
Um die empfindlichen Dokumente vor Licht und Feuchtigkeit zu schützen, sind strenge konservatorische Bedingungen nötig. Das Museum erklärt die verschiedenen Fassungen des Tagebuchs und dessen Übersetzung und weltweite Veröffentlichung. Zu sehen sind auch andere Texte von Anne, darunter ihr Buch mit Lieblingszitaten. Sie zeigen ihre geistige Entwicklung und ihren Wunsch, nach dem Krieg Schriftstellerin und Journalistin zu werden.

Anne-Frank-Haus Amsterdam: Das Hinterhaus und Tipps für deinen Besuch
Das Anne-Frank-Haus in Amsterdam bewahrt das Hinterhaus, in dem sich Anne, ihre Familie und vier weitere Menschen während des Zweiten Weltkriegs versteckten. Das Museum erzählt ihre Geschichten anhand des Gebäudes, des Tagebuchs und von Ausstellungen. Dieser Guide erklärt die Geschichte und was du vor deinem Besuch wissen solltest.
Lage, Anreise und Barrierefreiheit
Das Anne-Frank-Haus liegt im Jordaan an der Prinsengracht, nahe der Westerkerk. Deren Glocken erwähnte Anne häufig in ihrem Tagebuch. Vom Amsterdamer Hauptbahnhof erreichst du das Museum zu Fuß in etwa 20 Minuten. Mit den Straßenbahnlinien 13 und 17 fährst du bis Westermarkt, etwa 150 Meter vom Eingang entfernt.
Der historische Teil des Museums ist wegen der sehr steilen und engen Treppen im Grachtenhaus aus dem 17. Jahrhundert für Menschen mit eingeschränkter Mobilität schwer zugänglich. Der moderne Eingang, der Shop und das Café sind barrierefrei; das Hinterhaus ist jedoch nicht mit dem Rollstuhl erreichbar. Im barrierefreien Gebäudeteil bietet das Museum eine virtuelle Rekonstruktion des Verstecks an.
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Praktische Besucherinformationen und Tickets
Für das Anne-Frank-Haus musst du Eintrittskarten online buchen. Das offizielle Museum gibt sie wöchentlich auf annefrank.org für Besuchstermine etwa sechs Wochen im Voraus frei. An der Kasse vor Ort gibt es keine Tickets. Jede Karte ist an ein bestimmtes Zeitfenster gebunden; der Eingang befindet sich im modernen Gebäudeteil am Westermarkt.
Die Öffnungszeiten des Museums ändern sich je nach Saison. Häufig öffnet es um 09:00 Uhr; die Schließzeit kann zwischen 19:00 und 22:00 Uhr liegen. Prüfe für deinen Besuchstag die Angaben auf der offiziellen Website. An Jom Kippur bleibt das Museum geschlossen. Fotografieren ist in den Ausstellungsräumen nicht erlaubt. Ein Audioguide ist in mehreren Sprachen verfügbar; für große Taschen und Koffer fehlt in der Garderobe der Platz.
Tipp: Die Tickets für das Anne-Frank-Haus werden wöchentlich über die offizielle Website für Termine etwa sechs Wochen im Voraus freigeschaltet.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie bekomme ich Tickets für das Anne-Frank-Haus?
Eintrittskarten gibt es ausschließlich online auf annefrank.org. Sie werden wöchentlich für Besuchstermine etwa sechs Wochen im Voraus freigeschaltet.
Ist das Museum jeden Tag geöffnet?
Das Museum ist fast das ganze Jahr über täglich geöffnet, außer an Jom Kippur. Die Öffnungszeiten ändern sich je nach Saison.
Kann ich die Museumkaart nutzen?
Ja, die Museumkaart gilt hier. Trotzdem musst du online ein Zeitfenster reservieren und eine geringe Buchungsgebühr bezahlen.
Wie lange dauert ein Besuch normalerweise?
Die meisten Besucher verbringen etwa 60 bis 90 Minuten im Museum.
Kann ich große Taschen abgeben?
Nein. Die Garderobe hat wenig Platz; große Rucksäcke und Koffer können dort nicht aufbewahrt werden.
Quellen
- Anne Frank Stichting. (2024). Offizielle Website: Geschichte, Museum und Forschung.
- I amsterdam. (2024). Anne-Frank-Haus: Praktische Informationen für Besucher.
- Holland.com. (2024). Das Anne-Frank-Haus in Amsterdam.
- Museum.nl. (2024). Anne-Frank-Haus: Museumsprofil.
- UNESCO. (n.d.). Memory of the World Register: Anne-Frank-Archiv.
- Wikipedia contributors. (2024). Anne Frank House.

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